Polatlas Politische Karte der Schweiz

← Zurück zur Karte

Polatlas · Methodik

Wie die Werte berechnet werden

Kurz gesagt: Bei jeder Abstimmung, bei der die grossen Parteien uneinig waren, prüfen wir, ob ein Ort stärker zu einem Lager hielt als die Schweiz. Wir mitteln diese Abstände über eine Periode, vergleichen Perioden und testen die Jahreswerte auf einen klaren Trend.

1. Die Daten

2. Zwei Achsen: links–rechts und liberal–konservativ

Die Seite verwendet dieselben zwei Achsen wie die «politische Landkarte» der Schweiz von Michael Hermann und Heiri Leuthold (Sotomo):

Die beiden Achsen sind unabhängig voneinander. Ein Ort kann rechts und liberal sein (tiefe Steuern und europafreundlich, wie viele wohlhabende Vororte). Ein Ort kann auch links und konservativ sein (für mehr Sozialstaat, aber skeptisch gegenüber Öffnung).

Zum Wort «liberal». In der Schweizer Politik meint «liberal» oft die FDP, die in Geldfragen rechts steht. Auf dieser Seite bedeutet «liberal» nur offen in Gesellschaftsfragen, wie in der Karte von Sotomo.

Wie die Abstimmungen zugeordnet werden

Sotomo ermittelt die zwei Achsen mit statistischen Verfahren über alle Abstimmungen. Diese Seite verwendet eine einfachere Regel, die alle nachprüfen können: wer gegen wen stand, gemessen an den offiziellen Parolen der drei grössten Parteien.

ParolenAchsePlus-SeiteMinus-SeiteTypische Themen
SP allein gegen FDP und SVPLinks ↔ RechtsLinksRechtsRenten, Gesundheitskosten, Steuern, Umweltvorschriften
SP und FDP gemeinsam gegen SVPLiberal ↔ KonservativLiberalKonservativEuropa, Migration, Gesellschaft, Institutionen
Alle drei einigNicht verwendet: Jeder Ort erhielte auf beiden Achsen denselben Wert, die Abstimmung sagt also nichts aus.
SP und SVP gegen FDPNicht verwendet: selten, und es passt zu keiner der beiden Achsen.
Eine Partei gab keine klare Ja- oder Nein-ParoleNicht verwendet.

Warum nicht drei getrennte Werte für «links», «liberal» und «konservativ»? Ein Abstimmungsresultat ist eine einzige Zahl, der Ja-Anteil. Jede Abstimmung kann einen Ort also nur in eine Richtung verschieben. Würde jede Abstimmung für alle drei Bezeichnungen zählen, wären die Werte nur Spiegelbilder voneinander. Die Zuordnung der Abstimmungen zu zwei Achsen vermeidet das.

3. Der Wert für eine Abstimmung

Für eine Abstimmung vergleichen wir den Ort mit der ganzen Schweiz:

Wenn die Plus-Seite JA empfahl: Wert = Ja-% lokal − Ja-% Schweiz
Wenn die Plus-Seite NEIN empfahl: Wert = Ja-% Schweiz − Ja-% lokal

Ein positiver Wert bedeutet also immer: «stärker auf der Plus-Seite als die Schweiz». Wir vergleichen mit der Schweiz, damit klare und knappe Abstimmungen das Bild nicht verzerren. Auch bei einer Initiative, die alle ablehnen, zeigt sich, wer sie weniger deutlich ablehnte.

Beispiel Bern, 3. März 2024:

4. Der Wert für eine Periode

Sie wählen eine Periodenlänge: 2, 5 oder 10 Jahre. Die Perioden zählen vom letzten Jahr mit Abstimmungen zurück (2026, mit Abstimmungen bis zum 27. September). Bei 5 Jahren ergibt das 2022–2026, 2017–2021 und so weiter zurück bis 1982–1986. Ist die älteste Periode kürzer als die anderen, wird sie nur behalten, wenn sie mindestens 60% der Länge abdeckt. Sie ist dann mit einem * markiert.

Periodenwert = Durchschnitt der Abstimmungswerte aller Abstimmungen dieser Periode auf dieser Achse

«Nur Initiativen» verwendet Volksinitiativen. «Alle Vorlagen» nimmt Referenden und Gegenvorschläge dazu. Stichfragen werden nie verwendet.

5. Die Veränderung

Veränderung = Periodenwert − Periodenwert der vorherigen Periode

Beispiel Bern, Initiativen, Achse links–rechts: 2017–2021 = +19.1 (11 Initiativen). 2022–2026 = +21.0 (9 Initiativen). Veränderung = +1.9 nach links.

Weil jeder Wert an der Schweiz gemessen wird, bedeutet eine Veränderung, dass sich der Ort im Vergleich zum Rest des Landes bewegt hat. Rückt die ganze Schweiz gemeinsam nach links, «verändert» sich auf dieser Karte niemand. Wie sich das ganze Land bewegt hat, zeigt die Ebene Schweiz (Abschnitt 6).

6. Ebenen: Gemeinden, Kantone, Sprachregionen, Schweiz

Hinweis: Auf der Ebene Schweiz hängen die Zahlen davon ab, welche Themen zur Abstimmung kamen. Eine Periode mit vielen weit linken Vorlagen zeigt einen tieferen linken Anteil, auch wenn die Menschen ihre Ansichten nicht geändert haben.

7. Volksabstimmungen: die Ansicht «Trend seit 1981»

Das Register Volksabstimmungen hat zwei Ansichten. Perioden vergleichen verwendet die Periodenlänge und den Schieberegler (Abschnitte 4 und 5). Trend seit 1981 verzichtet auf Perioden und betrachtet alle Jahre zugleich.

In der Trend-Ansicht zeigt die Grafik einen Punkt pro Jahr, von 1981 bis 2026, für den gewählten Ort und die gewählte Achse. Grössere Punkte bedeuten mehr Abstimmungen in diesem Jahr. Jahre ohne Abstimmung auf der Achse werden übersprungen. Ein Klick auf einen Punkt listet die Abstimmungen dieses Jahres auf; ein Klick auf einen Titel öffnet die Abstimmung auf der Karte.

Danach legen wir die bestmögliche Gerade durch die Punkte. Jahre mit mehr Abstimmungen zählen mehr (gewichtete Methode der kleinsten Quadrate). Diese Trendlinie zeichnen wir nur, wenn sie klar ist, das heisst, wenn ein üblicher t-Test auf die Steigung p < 0.05 ergibt. Einfach gesagt: Hätte sich der Ort nicht wirklich bewegt, würde eine so steile Steigung in weniger als 1 von 20 Fällen zufällig auftreten. Ist der Trend nicht klar, sagt die Seite das und zeichnet keine Linie.

Beispiele (alle Vorlagen, liberal–konservativ): Bern bewegt sich um 3.3 Punkte pro 10 Jahre Richtung liberal, ein klarer Trend. Schwyz bewegt sich um 0.8 Punkte pro 10 Jahre. Das ist nicht klar, deshalb wird keine Linie gezeichnet. Die ganze Schweiz bewegt sich um 4.2 Punkte pro 10 Jahre Richtung liberal, ein klarer Trend.

Die Karte in der Trend-Ansicht färbt jeden Ort nach seinem Trend, in Punkten pro 10 Jahre. Nur klare Trends erhalten eine Farbe. Orte ohne klaren Trend sind blass. Orte mit weniger als 5 Jahren mit Abstimmungen sind grau.

Der Test nimmt an, dass die jährlichen Schwankungen voneinander unabhängig sind. Wechselnde Themen von Jahr zu Jahr verletzen diese Annahme etwas. Betrachten Sie einen klaren Trend deshalb als starken Hinweis, nicht als Beweis.

7b. Eine einzelne Abstimmung betrachten

Unter der Karte listet Die Abstimmungen dahinter jede Abstimmung auf, die in die gewählte Periode auf der gewählten Achse eingeht: Datum, Titel, Thema, Ja-Anteil der Schweiz, Ja-Anteil Ihres Orts und den Wert Ihres Orts für diese Abstimmung. Öffnen Sie eine Abstimmung, um Folgendes zu sehen:

Titel und Themen stammen von Swissvotes. Das Thema ist der Politikbereich der ersten Ebene, den Swissvotes jeder Vorlage zuweist (zum Beispiel «Sozialpolitik» oder «Aussenpolitik»).

8. Fusionierte Gemeinden

Die Resultate werden immer für die heutigen Gemeinden gezeigt (Stand 1. Januar 2026). Für Jahre vor einer Fusion zählen wir die Ja- und Nein-Stimmen aller ehemaligen Gemeinden zusammen, die heute dazugehören. Danach berechnen wir den Ja-Anteil. So hat eine fusionierte Gemeinde eine durchgehende Geschichte.

Vier alte Gemeindenummern konnten nicht zugeordnet werden, weil sie auf mehrere Gemeinden aufgeteilt wurden (Schlosswil BE, Caneggio, Casima und Monte TI). Ihre Stimmen sind nicht enthalten. Einige sehr kleine Gemeinden melden ihre Resultate zusammen mit einer Nachbargemeinde und haben keine eigenen Resultate.

9. Grenzen

10. Abstimmungen pro Periode

Anzahl verwendeter Abstimmungen pro Periode von 5 Jahren:

11. Stadt und Land

Auf der Ebene Schweiz zeigt eine Grafik den Abstand zwischen Stadt und Land. Sie nutzt die Stadt/Land-Typologie des Bundesamts für Statistik (BFS, 2020) und zählt alle städtischen und alle ländlichen Gemeinden wie einen Kanton zusammen. Abstand = Wert der Städte − Wert des Landes, pro 5-Jahres-Periode; über der Linie liegen die Städte weiter links (oder liberaler) als das Land. Der Trendtest ist derselbe wie in Abschnitt 7, angewandt auf die jährlichen Abstände. Ergebnis im Oktober 2026: Die Städte liegen rund 12 Punkte liberaler und rund 6 Punkte weiter links als das Land, gleich wie in den 1980er-Jahren; keine klare Veränderung.

12. Zwei Orte vergleichen

In den Trend-Ansichten fügt Vergleichen mit einen zweiten Ort als gestrichelte Linie hinzu. Die Liste folgt der Ebene: Gemeinden, Kantone oder Sprachregionen. Auf der Ebene Schweiz gibt es nichts zu vergleichen.

13. Download

Die Fusszeile der Kartenseite bietet die berechneten Zahlen als CSV-Dateien an: Abstimmungswerte pro 5-Jahres-Periode, Abstimmungstrends und Parteistärken. Sie beruhen auf denselben Formeln wie diese Seite. Lizenz CC BY 4.0; nennen Sie Polatlas und die Quellen (BFS, Swissvotes). Die Abstimmungsresultate des BFS dürfen ohne Bewilligung des BFS nicht kommerziell genutzt werden.

1. Was das Register Wahlen zeigt

Das Register Wahlen zeigt die Nationalratswahlen von 1971 bis 2023 (alle 4 Jahre). Es wird nicht mit den Abstimmungswerten des Registers Volksabstimmungen vermischt. Es zeigt einfache Parteistärken: welchen Anteil der Parteistimmen jede Partei erhielt.

Wahlen vergleichen hat vier Kartenansichten:

Wahlen vergleichen zeigt die gewählte Wahl neben der vorherigen: ein Balken pro Partei für den gewählten Ort. Alles im Zeitverlauf (die Grafik zur Parteienzusammensetzung, die Linie für eine Partei und ihre Trendlinie) finden Sie in der Ansicht Trend seit 1971.

Die Grafik zur Parteienzusammensetzung stapelt alle sechs Parteien plus «Übrige» für jede Wahl auf 100%. Sie zeigt, wie sich ein Ort von einer Partei zu einer anderen bewegt hat. Trend seit 1971 färbt die Karte nach dem Trend der gewählten Partei, mit demselben Test wie in Abschnitt 7 im Register Volksabstimmungen (jede Wahl zählt gleich).

Was sich nicht zeigen lässt: welche Wählerinnen und Wähler von welcher Partei zu welcher gewechselt haben. Resultate nach Ort zeigen nur die Nettoveränderung. Echte Wählerströme erfordern Befragungen, etwa die Wahlstudie Selects.

2. Daten und Methode

3. Grenzen

In kleinen Kantonen mit nur einem Sitz (zum Beispiel Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus und den beiden Appenzell) treten oft eher Personen als Parteien gegeneinander an. Ihre Parteistärken können von einer Wahl zur nächsten stark springen. Moutier wechselte 2026 vom Kanton Bern zum Kanton Jura. Seine älteren Resultate werden mit dem Sitzfaktor des Kantons Jura gerechnet.

1. Die Daten

Das Register Umfragen zeigt landesweite Meinungsumfragen über die Zeit. Alle Zahlen stammen aus der Studienreihe «Sicherheit» der ETH Zürich (Militärakademie und Center for Security Studies). Jedes Jahr stellt eine Befragung von Schweizer Stimmberechtigten dieselben Fragen, meist im Januar. Die Zahlen auf dieser Seite sind aus dem veröffentlichten Bericht (Ausgabe 2025) übernommen; die Rohdaten der Befragung liegen uns nicht vor.

2. Wie die Zahlen gezeigt werden

3. Grenzen

← Zurück zur Karte